Der Verein Migrart ist eine Inititve von geflüchteten Künstlerinnen in Zürich. Als ein Grundelement jeder Kultur spielt die Kunst eine enorm grosse Rolle, da sie den Brückenschlag zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft ermöglicht. Mit dem Wissen um den Reichtum an Künsten von imigrantinen kann das Verständnis für die Kultur selbst und besonders für das Denken und Fühlen von Menschen anderer Kulturen wachsen . Nicht die Ablehnung anderer Kunst und kultur, sondern Toleranz für Mehrdeutigkeiten ist eine Bereicherung für die einheimische Kultur, denn die kulturelle Differenzierung darf auch als innere Bereicherung bewertet werden.

 

Siavash Namehshiri

 

Siavash Namehshiri (geboren in Mahabad, Iran ) ist ein kurdischer Musiker, Komponist und Klangkünstler, der seit 2009 als politisch Geflüchteter in der Schweiz lebt. Er vertieft sich seit einigen Jahren vermehrt in Improvisation und in Zugänge zu zeitgenössischer elektronischer Musik. Er arbeitete viel im Studio und Live in diversen alternativen, experimentellen Kunst- und Konzertzusammenhängen und kooperierte und improvisierte dabei mit verschiedenen Musiker*innen und Klangforscher*innen. Seine Klangpraxis umfasst zudem Radioproduktionen, Film Live-Vertonungen und Kurzfilmmusik, Theater- und Film-Sounddesign sowie experimentelle DJ-Mixes und kollaborative Experimente.


In seiner Klangpraxis interessiert er sich dafür, Formen für seine Erinnerungen zu finden, durch Musik und Klang von Krieg, Flucht, Exil und Prozesse von Dekolonisierung zu sprechen und sich dadurch auch mit seinem Trauma auseinanderzusetzen. Durch seine langjährige, vielseitige Praxis in nichtkommerziellen, selbstorganisierten Zusammenhängen interessieren ihn immer auch die sozio-politischen Komponenten von Klang und kollaborativer Klangpraxis.

Seit 2018 arbeitet er gemeinsam mit der südafrikanischen Musikerin Tracy September und der ugandischen Singer-& Songwriterin Lynn Aineo am Bandprojekt «Black Pitch». Black Pitch beschäftigt sich mit Mitteln der experimentellen elektronischen Musik in Kombination mit Gesang mit Fragen von kolonialem Erbe, postkolonialer Amnesie und gemeinsamer Wahrnehmung von Differenz im Exil.


Nistiman Erdede

Niştiman Erdede

 

Niştiman Erdede (*1979, Nord Kurdistan/Amed) 

Dekolonialer Künstler, Kurator und Texter-Konzepter. Lebt und arbeitet in Zürich. 

Niştiman Erdede kam 2008 als politischer Migrant nach Zürich. Davor arbeitete er als Medizinischer Laboranalytiker in der Stadtklinik von Diyarbakır. Zudem unterstützte er in Südostanatolien als Stringer (Englisch/Kurdisch/Türkisch) mehrere NGOs im Bereich der Menschenrechte. 

Nach einer ersten Untersuchungshaft wegen seines Engagements stand er vor der Entscheidung, politischer Gefangener zu werden oder sein Land zu verlassen. 

Nach seiner Flucht 2008 dauerte es sechs Jahre bis seinem Asylantrag entsprochen wurde und er als anerkannter Geflüchteter sein aktives Leben in der Schweiz aufnehmen konnte. 

Zwischen 2010 und 2014 wirkte Erdede in einem Kollektiv mit, das von Geflüchteten aufgebaut wurde; ein Zusammenschluss von Autonomer Schule Zürich (ASZ), dem Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und weiterer Kunstinstitutionen. 

Noch im Status eines Asylbewerbers bewarb er sich an der ZHdK, wurde aufgenommen und studierte zwischen 2013 und 2016 im Department Kunst & Medien. Schon in dieser Zeit befragte Erdede das Verhältnis zwischen Geschichte, Erinnerung und emanzipatorischem Handeln im Kontext von unfreiwilligen Emigrationsbewegungen. 

Sein Verständnis seiner Arbeit ist auch das einer Erkundung der Möglichkeit, die eigenen sowie die kollektiven Erfahrungen des Freiheitsentzugs sichtbar zu machen, sei es durch das Schreiben oder die Praxis dekolonialer Kunst.

http://nistiman.ch/de/

tracy september 

tracy’s work experience has spanned various aspects of the music world. With an early educational background in sound engineering and recording, she started her musical journey working at a record label learning about the music business and creating platforms for musicians to perform. This included recording demos; organising and managing music events and concerts; managing music tours; marketing and promoting artists; researching and writing about music. After resuming her musical studies in 2012 at the University of Kwazulu-Natal in South Africa, majoring in jazz voice, tracy began producing and arranging music for herself. 

tracy relocated to Zürich in 2014 to work on her own music projects full time. As a vocalist, performer, composer and music researcher, tracy has numerous solo and collaborative projects including making music for film and theatre. tracy is also a member of the band Black Pitch. In 2018 she released her digital EP and zine ‘The Book of the Dead’ produced in collaboration with OOR Records as the 5th OOR Edition 

tracy’s music is a reflection of the many places and spaces she inhabits literally and figuratively. With influences of jazz, traditional Xhosa singing and electronic experimentation, tracy works around themes of memory, spirit and protest, with a particular passion for improvisation. 

tracy is also a DJ under the pseudonym youngseptember playing contemporary and experimental music from Africa and the Diaspora. youngseptember has played at various festivals and venues including Zurich Pride, Theater Spektakel, Kaserne Basel, Spielart Festival Munich, The Venice Biennale and the Swiss Music Awards. (https://www.mixcloud.com/youngseptember/)

tracy conducts workshops on the role of transcultural capital in the arts. (https://abendschule- import.ch/event/music-music-migration-identity-an-exploration-of-trans-cultural- capital-as-an-immigrant-artist-with-tracy-september/) and has also created workshops and listening sessions on intuitive and community driven performance practices in institutions like the Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel and ZHdK in Zürich. 

http://tracyseptember.com